„Keine Gewalt gegen Kinder steht im Zentrum unserer Arbeit“, fasste Sylvia Löffler, Geschäftsführerin des Gießener Kinderschutzbundes die Arbeit der neun Haupt- und 15 ehrenamtlichen Mitarbeiter in der Beratungsstelle zusammen, die seit Januar 2012 ihren Sitz in der Marburger Straße 54 hat. Umso wichtiger sei es daher, eine angenehme Atmosphäre in den neuen Räumlichkeiten zu schaffen – nicht nur für ratsuchende Eltern und Kinder, sondern auch für die Beschäftigten, vorwiegend Psychologen und Diplom-Sozialpädagogen, die tagtäglich konfliktreiche und sensible Gespräche führen.
Von staatlicher Seite seien für die Ausstattung der Büros, der Beratungs- und Wirtschaftsräume leider keine Mittel vorgesehen, weshalb die „Lobby für Kinder“ für jegliche Art von Spende dankbar ist. Zum wiederholten Mal unterstützte daher die Möbelstadt Sommerlad den DKSB mit der Spende einer Reihe von Möbelstücken, von deren sinnvollen Einsatz sich Kerstin Sommerlad beim Ortstermin überzeugen konnte.
Sylvia Löffler nutzte den Besuch, um auch einen Einblick in die seit April diesen Jahres vom Jugendamt übernommene Beratungsstelle Trennung, Scheidung, Umgang und Sorgerecht „Lösungswege“ zu gewähren, die an den Kinderschutzbund als Träger angeschlossen, räumlich jedoch von diesem getrennt ist. Mitarbeiter aus den Ressorts Sozialpädagogik und Recht, die eine spezielle Mediationsausbildung absolviert haben, behandeln hier vom Familiengericht über die Jugendämter von Stadt und Kreis an die Beratungsstelle entsandte Fälle hochgradig konfliktreicher Trennungen von Familien mit Kindern. Das Wohl der betroffenen Kinder steht auch bei der Arbeit von „Lösungswege“ im Vordergrund.
Den bisher im Grundgesetz nicht verankerten Rechten von Kindern, wie zum Beispiel auf ein gesundes Aufwachsen, widmet sich ein neues, bisher auf ein Jahr befristetes Projekt des Kinderschutzbundes: In Kindertagesstätten wird mit sehr jungen Kindern gearbeitet, um Wachsamkeit und Selbstbewusstsein zu schärfen und im Rahmen von Elternabenden vertrauensbildend und aufklärend zu wirken. Möglich machte das „Projekt Kinderrechte“ eine großzügige Privatspende, wie Sylvia Löffler erläuterte: „Glücklicherweise wächst die Zahl unserer Unterstützer, sowohl in Unternehmen wie Sommerlad als auch unter Privatleuten, deren Spenden wir in Zukunft auch für Patenschaften für präventiv wirkende Elternkurse umsetzen könnten.“
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